Hautarzt Dr. Wolfgang Stieler

Allergologie

Ein beträchtlicher Teil der Patienten einer Hautarztpraxis leidet (mit zunehmender Tendenz) an sog. “Allergien”.
Dazu zählen Erkrankungen wie Heuschnupfen (Rhinoconjunctivitis allergica), allergisches Asthma, Nahrungsmittel- oder Medikamenten-induzierte Allergien, außerdem Nesselfieber (Urticaria), verschiedene Ekzemkrankheiten, berufsbedingte und sog. “Sonnenlichtallergien”.

Die Abklärung solcher “Allergien”erfordert häufig die Durchführung von Allergietests:

Pricktest:

Bei diesem Hauttest werden zumeist standardisierte Testlösungen jeweils als Tropfen auf die Unterarmhaut aufgetragen. Anschließend wird die Haut mit einer Lanzette durch die zuvor applizierte Testlösung leicht angepiekst, so dass Anteile der Testsubstanz in die obersten Hautschichten gelangen und ggfs. zu entsprechenden Reaktionen führen. Dieser häufig durchgeführte Test dient der Abklärung allergischer Reaktionen vom “Soforttyp” wie z.B. Pollen-, Milben-, Tierhaar- oder Nahrungsmittelallergien.

Scratchtest:

Dieses dem Pricktest sehr ähnliche Testverfahren dient ebenfalls der Abklärung von “Soforttyp”-Allergien, wie z.B. möglichen Medikamentenallergien. Beim Scratchtest wird die Haut am Unterarm zunächst oberflächlich leicht angeritzt. Daran anschliessend werden die angerizten Hautpartien jeweils mit einem Tropfen allergenhaltiger Testlösung versehen. Ähnlich wie beim Pricktest erfolgt auch beim Scratchtest eine Ablesung/Bewertung nach etwa 20 Minuten.

Epicutantest:

Allergische Reaktionen vom sog. “Spättyp” (Kontaktallergien) können mit dem Epicutantest abgeklärt werden. Hierbei werden mit den potentiellen Allergenen versehene spezielle Testpflaster für 24 Stunden auf den Rücken geklebt. Testablesungen erfolgen direkt nach Entfernung der Pflaster (nach 24 Stunden), ausserdem nach 48 und 72 Stunden. Über die gesamte 72-stündige Testperiode darf das Testareal nicht mit Wasser in Berührung kommen. Auch stärkeres Schwitzen ist ungünstig. Der Epicutantest ist hilfreich beispielsweise bei der Abklärung von Duftstoff- oder Nickelallergien. Auch eventuell beruflich verursachte Kontaktallergien (z.B. Friseurhandwerk, metallverarbeitende Industrie) können damit aufgedeckt werden. Ebenso können eigene vom Patienten benutzte Pflegeprodukte auf ihre Verträglichkeit hin überprüft werden.

Achtung!
Die Einnahme bestimmter Medikamente, die eine Immunreaktion blockieren können (z.B. Antihistaminika, Kortikoide) führen häufig zu falsch negativen Testergebnissen. Halten Sie daher bei Unklarheiten bitte vorher mit uns Rücksprache!

Hyposensibilisierung (sog. Allergieimpfung):

Die Symptome von Heuschnupfen (Rhinoconjunctivitis allergica) wie auch von leichtem oder mittlerem allergischen Asthma lassen sich heute gut mit antiallergischen Nasensprays, Augentropfen, sog. Bronchial- und Asthmasprays oder auch mit innerlichen Medikamenten behandeln. Eine dauerhafte, ursächliche Behandlung gelingt dabei jedoch nicht. Wer allerdings einen langanhaltenden Therapierfolg anstrebt und gleichzeitig bereit ist, dafür über einen längeren Zeitraum ein gewisses Maß an Zeit zu investieren, für den ist eine Hyposensibilisierung eine sehr empfehlenswerte Therapieoption. Dabei bildet die sog. Subcutane Immuntherapie (SCIT) bis heute den “Goldstandard”. Bei dieser auch von uns favorisierten Hyposensibilisierungsmethode werden die zuvor sorgfältig ausgewählten Allergene in Form eines flüssigen Extraktes unter Verwendung einer sehr feinen Kanüle in die Unterhaut des Oberarmes injiziert. In der anfänglichen Steigerungsphase (Dauer ca. 6 – 8 Wochen) erfolgen die Injektionen bis zum Erreichen der stärksten Allergenkonzentration wöchentlich. Danach werden die weiteren Injektionen bis zum Ende der ca. 3-jährigen Behandlungszeit in etwa monatlichen Abständen durchgeführt.

Durch die Hyposensibilisierung kommt es zu einer allmählichen Gewöhnung des Immunsystems an das/die Allergen(e). Bei der Mehrzahl der Patienten lässt sich die Beschwerdesymptomatik dadurch deutlich abmildern, so dass anschliessend meist keine oder aber weniger (symptomatisch wirkende) Medikamente erforderlich sind. Eine Hyposensibilisierungsbehandlung kann bei Allergien gegenüber Baumpollen, Gräser-und Kräuterpollen, Hausstaubmilben, Schimmelpilzen oder Insektengift (Biene und Wespe) durchgeführt werden.

Stärkere Nebenwirkungen treten nur selten auf. Um eventuell frühzeitig auftretende Nebenwirkungen kontrollieren zu können, müssen alle Hyposensibilisierungspatienten noch mindestens 30 Minuten nach der Injektion unter Aufsicht in der Praxis verbleiben. Die Durchführung der Hyposensibilisierung gehört in die Hand eines Allergologen.

Pricktest

Pricktest

Scratchtest

Scratchtest

Epicutan-Test

Epicutan-Test

Hyposensibilisierung

Hyposensibilisierung